Wohlstand per Algorithmus? Warum OpenAIs „öffentlicher Fonds“ eine Mogelpackung ist!
OpenAI hat ein Strategiepapier veröffentlicht, das uns die schöne neue Welt der „Superintelligenz“ schmackhaft machen soll.
Man muss den Größenwahn im Silicon Valley fast schon bewundern: Erst baut man mit Milliardenaufwand eine Technologie, die das Ziel hat, Millionen von Jobs weltweit wegzurationalisieren, und dann präsentiert man sich als Retter derjenigen, die man gerade erst arbeitslos gemacht hat. OpenAI hat ein Strategiepapier veröffentlicht, das uns die schöne neue Welt der „Superintelligenz“ schmackhaft machen soll. Hinter der rhetorischen Fassade verbirgt sich jedoch ein altbekanntes Muster: Die Reichsten der Reichen erklären uns, dass es das Beste für die Armen sei, wenn man die Konzerne einfach gewähren lässt. Ihr Lösungsvorschlag für den drohenden Massenverlust von Arbeitsplätzen? Ein „öffentlicher Vermögensfonds“.
Die Logik dahinter ist so zynisch wie brillant: Anstatt auf bewährte soziale Sicherungssysteme oder ein echtes Grundeinkommen zu setzen, will OpenAI das Schicksal jedes Bürgers direkt an die Börsenkurse der Tech-Giganten ketten. Wir sollen also „Beteiligungen“ am KI-Wachstum erhalten. Mit anderen Worten: Wenn die Algorithmen von Sam Altman und Co. boomen, gibt es vielleicht ein paar Krümel vom Tisch der Herren – wenn die Tech-Blase platzt oder die KI mal ein schlechtes Quartal hat, schauen die Menschen in die Röhre. Das Wohlergehen der Gesellschaft wird somit zum Spielball von Boom-and-Bust-Zyklen einer Branche, die schon jetzt mehr Macht angehäuft hat, als jedem demokratischen Staat lieb sein kann.
Werbung (Affiliate)
Was die Menschen wirklich brauchen, ist kein spekulativer Aktienfonds, der an den Launen der Wall Street hängt. Sie brauchen eine verlässliche Gesundheitsversorgung, bezahlbaren Wohnraum und echtes Essen – Dinge, die nicht verschwinden, nur weil ein Rechenzentrum in Kalifornien gerade mal weniger Rendite abwirft. Während OpenAI uns eine utopische Superintelligenz vorgaukelt, ist die soziale Realität in den USA mit fast 48 Millionen Hungernden bereits jetzt ein Albtraum. Es ist blanker Hohn, diese Menschen nun auf eine „universale Dividende“ vertrösten zu wollen, die erst dann fließt, wenn die Maschinen die Macht übernommen haben.
Interessanterweise gibt es Modelle, wie etwa das von Yanis Varoufakis und der DiEM25-Bewegung, die das Problem ehrlicher angehen. Deren Ansatz: Wenn wir durch jeden Klick bei Google oder jeden Post bei Facebook den Wert dieser Konzerne erst erschaffen, dann gehört uns auch ein Teil des Kapitals. Schließlich wurde die meiste Technologie ohnehin mit öffentlichen Geldern erforscht. Das Kapital ist sozial produziert und sollte verdammt noch mal auch in sozialen Besitz übergehen, anstatt in den Taschen weniger Tech-Milliardäre zu versickern. Doch statt über echte Umverteilung zu reden, schwadroniert OpenAI lieber über Fonds und „Superintelligenz“, während die wuchernden Rechenzentren bereits jetzt die Umwelt fressen und die Gesundheit ruinieren. Am Ende bleibt die Frage: Wollen wir eine Gesellschaft, die auf Solidarität basiert, oder wollen wir als digitale Leibeigene von der Gnade eines KI-Algorithmus abhängen?





