Militär gegen Demonstranten: Der verzweifelte Kampf der irischen Regierung gegen die Kraftstoff-Wut
Während Irland brennt und Barrikaden errichtet, lassen wir uns an der Zapfsäule von der Öl-Mafia seelenruhig ausnehmen.
Während man in Deutschland noch fleißig darüber diskutiert, ob man sich das Heizen im nächsten Winter überhaupt noch leisten kann, zeigen uns die Iren gerade, wie man auf eine dreiste Preispolitik reagiert. Seit sechs Tagen brennt in Irland die Luft – oder besser gesagt: Es rollt nichts mehr. Lastwagenfahrer, Landwirte und Taxifahrer haben die Schnauze gestrichen voll von den explodierenden Spritpreisen und setzen das Land mit Straßenblockaden matt. In Dublin und am Hafen von Galway fliegen die Fetzen, die Polizei muss Militärfahrzeuge auffahren, um Barrieren niederzureißen. Warum? Weil die Menschen dort begriffen haben, dass „Obergrenzen“ und Steuersenkungen nicht durch freundliches Nachfragen beim Staat entstehen, sondern durch massiven Druck von der Straße.
Und was machen wir Deutschen? Wir beobachten fasziniert das tägliche Schauspiel an den Anzeigetafeln der Tankstellen. Der ADAC meldet mit stoischer Ruhe die „höchsten Mittagssprünge seit Einführung der 12-Uhr-Regel“. Pünktlich zur Mittagszeit ziehen die Preise für Diesel und E10 mal eben um fast 10 Cent an. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt! Die Mineralölkonzerne reiben sich die Hände und nutzen die Spielräume für Preissenkungen – Überraschung! – natürlich „nicht ausreichend“. Das ist kein Marktversagen, das ist organisierte Plünderung unter den gütigen Augen einer Regierung, die am Ende über die Mehrwertsteuer bei jedem Preissprung kräftig mitkassiert.
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In Irland ist bereits einem Drittel der Tankstellen der Sprit ausgegangen, weil die einzige Raffinerie des Landes blockiert wurde. Die irische Regierung gerät in Panik und versucht, die Proteste mit hastigen Steuersenkungen und Dieselrabatten zu ersticken. Aber die Menschen dort wissen: Die kleinen „Entlastungen“ werden von der Inflation schneller gefressen, als man „Volltanken“ sagen kann. Sie fordern echte Lösungen, keine Almosen.
In Deutschland hingegen bleibt es ruhig – abgesehen vom leisen Weinen beim Blick auf die Kreditkartenabrechnung. Während Diesel im Schnitt bei 2,36 Euro liegt, vertröstet man uns mit Programmen für Geringverdiener, die kaum die nächste Fahrt zur Arbeit decken. Es wird Zeit, dass wir uns fragen, warum wir uns diese willkürlichen Preissprünge und die unverschämte Gewinnmaximierung der Konzerne eigentlich gefallen lassen. Die Iren machen vor, wie man kritische Infrastruktur nutzt, um Gehör zu finden. Hierzulande wartet man lieber auf den nächsten ADAC-Bericht, der uns erklärt, dass das Öl eigentlich viel billiger sein müsste. Ein echtes Trauerspiel.




